2013-06-29

Dios Mios Tools unter Linux kompilieren und nutzen

Die Wii ist seit Erfindung des Homebrew-Channel die vielseitigste Videospielkonsole geworden. Man kann mit ihr nahezu alles machen und durch zahlreiche Emulatoren alles was älter als PS1/N64/DreamCast ist, einwandfrei spielen.

Da meine GameCube Memorycard der Marke Big Ben kaputt gegangen ist und mit sich alle Spielstände mit hinüber ins Jenseits genommen hat, habe ich mich einmal mit Dios Mios beschäftigt.

Dios Mios (Lite) ist ein modifiziertes MIOS, dass es Wii-Nutzern erlaubt GameCube Spiele wahlweise von Festplatte oder SD-Karte zu laden. Das interessanteste daran für mich ist das Modul NMM (No More Memory). Dadurch ist es nicht länger notwendig eine GameCube Speicherkarte zum sichern der Spielstände zu verwenden. Stattdessen werden die Daten auf die Front-SD-Karte der Wii geschrieben.

Mit Hilfe der HomeBrew GCMM, die selbst aus defekten MemoryCards Spielstände auslesen kann, konnte ich meine Daten retten. Anschließend mussten diese nun in ein für NMM lesbares Format umgewandelt werden.

Hier fingen die Probleme an. Die meisten Tools lagen nur für Windows vorkompiliert vor. Glücklicherweise enthalten die Downloads auch die Quelldateien und so war es möglich das Programm gci2nmm auf Linux zu kompilieren:

  1. gci2nmm herunterladen
  2. gci2nmm-v0.1b-tueidj.rar entpacken
  3. gcc installieren (unter Ubuntu/Debian: sudo apt-get install gcc)
  4. Terminal öffnen und folgenden Befehl eingeben: gcc gci2nmm.c -o gci2nmm.bin
  5. Speicherdateien mit folgendem Befehl umwandeln: ./gci2nmm spielstand.gci
  6. Entstehenden Ordner auf Wii-SD-Karte in den Ordner /saves kopieren
Das ganze habe ich auch mit dem Tool GCReEx (ein Tool zum Optimieren/Entpacken von GameCube Isos zur Verwendung mit Dios Mios) versucht, bekam bei der Kompilierung allerdings jede Menge Fehlermeldungen. Bei der Verwendung erzeugte das Tool dann einen über 25GB großen Ordner.

2013-06-27

Kubuntu 12.04 einrichten - eine Empfehlung

KDE ist eine der ältesten und ausgereiftesten Desktopumgebungen für Linux- und BSD-Betriebssysteme. Zudem ist eine Version für Windows in Entwicklung, die aber noch alles andere als stabil ist. Viele Neuerungen die in Unity bewundert und bestaunt, aber auch verflucht und heruntergemacht werden gibt es in KDE schon lange, so fern man weiß, wie man sie einstellt.

Kubuntu 12.04 mit KDE 4.10 aus PPA


Trotz allem wird der KDE-basierten Ubuntu-Variante Kubuntu meist wenig Beachtung geschenkt. Völlig zu Unrecht, finde ich.

Zugleich Segen und Fluch von KDE ist die schnell vorangehende Entwicklung. Die Desktopumgebung ist stets sehr modern, hochkonfigurierbar aber etwas wie eine stabile Langzeit-Support-Version gibt es nicht. Fehler werden oft schnell behoben, durch die zügige Entwicklung kommen aber auch oft neue hinzu.

Nichts desto trotz bekommt man mit KDE etwas außergewöhnliches auf den PC, wenn man sich für Kubuntu entscheidet. KDE ist in den letzten Versionen recht flink geworden und wer einen nicht zu alten Rechner besitzt sollte einen Blick darauf werfen

  • KDE ist hoch konfigurierbar, nahezu alles lässt sich nach Belieben einstellen und verändern
  • innovativ 
  • bringt eine unfassbar große Sammlung an eigener Software mit, Multimedia-Software (Dragonplayer, Amarok, Kaffeine), Bildbearbeitung und -Verwaltung (Gwenview und digiKam), eine eigene Office-Suite (Calligra)
  • KDE ist ein Augenschmaus

Kommen wir also zur Einrichtung, denn von Haus aus lässt sich Kubuntu zwar wunderbar verwenden, setzt aber zum großen Teil auf manchmal zu komplizierte KDE-Software.

Die Installation von Kubuntu läuft intuitiv und es gibt zahlreiche Anleitungen dazu. Ich geben hier also nur Empfehlungen zu einer aus meiner Sicht optimalen Einrichtung von Kubuntu.

1. Kubuntu aktualisieren:

Um etwaigen Fehlern in den grafischen Tools aus dem Wege zu gehen mache ich die erste Aktualisierung immer im Terminal. Unter KDE einfach Alt+F2 drücken, Terminal eingeben und Eingabetaste drücken. Dort führt man nun folgenden Befehl aus:

sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

2. (optional) KDE aktualisieren

Da Kubuntu generell innerhalb einer Version keine größeren Software-Updates liefert, sondern den Schwerpunkt auf Sicherheitsaktualisierungen legt, bekommt man keine neuen Versionen von KDE. Daher empfehle ich zwar Kubuntu 12.04 des stabilen Unterbaus wegen zu nutzen, aber KDE über das Paket-Archiv der Kubuntu-Entwickler aktuell zu halten. Das machen wir mit folgendem Befehl:

sudo apt-add-repository ppa:kubuntu-ppa/backports
sudo apt-get update && sudo apt-get dist-upgrade

Man sollte aber beachten, dass man dadurch ein weniger stabiles System erhalten kann.

3. Software hinzufügen und auswechseln

Ich persönlich verwende gern unter jedem Betriebssystem die gleiche Software und wähle daher Anwendungen die für alle Plattformen verfügbar sind. Deswegen nutze ich VLC als Videoplayer,  LibreOffice als Office-Suite, Firefox als Browser, Thunderbird als E-Mail-Client, Pidgin als Multi-Messenger und GIMP als Bildbearbeitung. Firefox war unter KDE immer ein wenig kompliziert, mit einem weiteren PPA integriert es sich aber einwandfrei in Kubuntu. Zusätzlich sollen natürlich noch Flashplayer und verschiedene Codecs installiert werden und an einer vollständigen deutschen Übersetzung soll es auch nicht fehlen. Folgende Befehle tun das eben beschriebene:

sudo apt-add-repository ppa:blue-shell/firefox-kde

Da nun Ubuntu meist etwas schneller mit der Veröffentlichung neuer Firefox-Versionen ist als Blue Shell, muss APT mittels Apt-Pinning mitgeteilt werden, dass die Firefox-Version aus dem Blue-Shell PPA bevorzugt werden soll. Dazu öffnet man die Datei /etc/apt/preferences.d/firefox-kde.pref mit einem Editor mit Root-Rechten und fügt folgendes ein und speichert:

Package: firefox
Pin: release o=LP-PPA-blue-shell-firefox-kde
Pin-Priority: 1000

Danach fährt man mit folgenden Befehlen fort:

sudo apt-get update
sudo apt-get install --no-install-recommends firefox-kde-support firefox firefox-locale-de && sudo apt-get remove dragonplayer  kopete && sudo apt-get install kubuntu-restricted-extras thunderbird thunderbird-locale-de vlc pidgin gimp language-pack-de language-pack-gnome-de language-pack-kde-de kde-l10n-de koffice-l10n-de


Durch einen Fehler im Paket libreoffice-kde erscheinen die Ausklappmenüs von LibreOffice flach. Da es keine Ränder oder dergleichen gibt kann das sehr irritierend und unübersichtlich sein. Um das Problem zu beheben kann man statt der KDE-Integration das GTK-Paket installieren. Dann muss man zwar GTK-Dateidialoge in Kauf nehmen, hat aber ein wesentlich übersichtlicheres LibreOffice. Um dies zu tun kann man folgende Befehle anwenden:

sudo apt-get purge libreoffice-kde && sudo apt-get install --no-install-recommends libreoffice-gtk

5. Neustart


Danach sollte alles zu vollster Zufriedenheit laufen :) Viel Spaß!

2013-06-22

Android 4 Smartphones unter Xubuntu verwenden

Es ist schon seltsam. Google besitzt eine Unternehmens-Interne Ubuntu-Version namens Goobuntu und dennoch wird Android so entwickelt, dass es sich mit Ubuntu und anderen Linux-Distributionen mehr schlecht als recht versteht.

Neuere Android4-Smartphones lassen sich in Ubuntu 12.04 und 12.10 nicht mit dem Dateimanager verwalten. Hier beschriebe ich nun kurz wie man das unter Xubuntu doch hinbekommt. Anleitungen für Ubuntu gibt es bereits einige und unter Xubuntu ist es fast genauso. Zuerst muss man mittels PPA GVFS auf den neuesten Stand bringen. Anschließend benötigt man einen Dateimanager der über GVFS verwaltete Datenträger automatisch einhängt. Thunar sträubt sich in diesen Versionen leider noch, wir greifen also auf Nautilus zurück.

  • GVFS aktualisieren:
sudo add-apt-repository ppa:langdalepl/gvfs-mtp
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade

  • Nautilus installieren:
sudo apt-get install nautilus

Leider lässt sich Thunar unter Xubuntu erst ab Xubuntu 12.10 problemlos über die Einstellung "Bevorzugte Anwendungen" durch Nautilus ersetzen.

2013-06-13

Xubuntu einrichten - der Rundum-Befehl

Heute mal etwas ganz einfaches. Wie ich bereits in einem früheren Post erklärt habe kann ich derzeit aus Stabilitäts- und Benutzbarkeitsgründen für Umsteiger derzeit Xubuntu als einzige Linux-Distribution wirklich empfehlen.

Angepasster Xubuntu 13.04 Desktop


Etwas zeitaufreibend ist allerdings das Einrichten der Distribution im Anschluss an die Installation. Für alle, die nicht allzu sehr auf die Ressourcen achten müssen habe ich deswegen diesen Befehl zusammengestellt. Bevor einer der Befehle verwendet wird sollte aber unbedingt der ganze Artikel gelesen werden (siehe auch Update ganz unten) Nachfolgend ist noch einmal ganz genau erklärt was installiert und deinstalliert wird:

Bis Xubuntu 12.10:
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade && sudo apt-get remove leafpad abiword gnumeric parole ristretto && sudo apt-get install xubuntu-restricted-extras libreoffice libreoffice-l10n-de gedit vlc gpicview gparted libdvdread4 && sudo sh /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh 


Xubuntu 13.04:
sudo apt-get update && sudo apt-get upgrade && sudo apt-get remove mousepad abiword gnumeric parole ristretto && sudo apt-get install xubuntu-restricted-extras libreoffice libreoffice-l10n-de gedit vlc gpicview gparted libdvdread4 && sudo sh /usr/share/doc/libdvdread4/install-css.sh 

Dadurch wird der Texteditor Leafpad durch Gedit, Abiword und Gnumeric durch LibreOffice, Parole durch VLC und Ristretto (das bei mir in der Vergangenheit oft Probleme gemacht hat) durch GPicView ersetzt. Außerdem werden unfreie Codecs und Flash mitinstalliert. Die letzten beiden Befehle sorgen für DVD-Video (verschlüsselt) Unterstützung. Man beachte, dass einige der installierten Pakete in den USA rechtlich nicht unumstritten sind.

Zusätzlich kann man, falls man das aufgeblähte Ubuntu-Software-Center nicht mag jenes von Lubuntu nehmen:

sudo apt-get remove software-center && sudo apt-get install lubuntu-software-center gdebi

Ich werde den Befehl hin und wieder vervollständigen und anpassen. Er mag nicht für jeden perfekt sein, hat sich für mich aber sehr bewährt, da ich viele PCs für Ein- und Umsteiger einrichte und beispielsweise VLC und LibreOffice nutzerfreundlicher und funktionsreicher sind als Parole, Abiword und Gnumeric.

Update 28. Juni 2013:

Bevor man diesen Befehl nun nutzt sollte man sich noch überlegen eventuell XFCE auf den neuesten Stand zu bringen. Wer ein besonders stabiles System benötigt, der entscheidet sich vermutlich für Xubuntu 12.04. Ein Nachteil ist, dass Xubuntu 12.04 XFCE in der Version 4.8 verwendet. Viele Neuerungen sind erst ab Version 4.10 verfügbar.
Man kann XFCE also über ein PPA aktualisieren, sollte aber bedenken, dass dieses eventuell nicht so lang unterstützt wird wie Xubuntu 12.04 selbst. Da das PPA direkt von den Xubuntu Entwicklern bereitgestellt wird, ist dies aber anzunehmen. Hier gibt es jetzt zwei Wege. Der erste ist für jene die ein relativ stabiles System benötigen, aber auf die Annehmlichkeiten von XFCE 4.10 nicht verzeichten wollen, der andere für alle die ein möglichst aktuelles XFCE haben wollen und mit gelegentlichen Abstürzen und Fehlern kein Problem haben:

1. Aktualisierung auf XFCE 4.10 (empfohlen)

sudo apt-add-repository ppa:xubuntu-dev/xfce-4.10

2. Aktuellstes XFCE

sudo apt-add-repository ppa:xubuntu-dev/xfce-4.10
sudo apt-add-repository ppa:xubuntu-dev/xfce-4.12

Anschließend fährt man mit dem Rundum-Befehl oben fort.